Autor: Martin Kürble
Ort: Düsseldorf
Tage wie diese
Dieser Sommer hat eine Hymne und sie kommt von den Toten Hosen: ’Ich wart seit Wochen, auf diesen Tag und tanz vor Freude, über den Asphalt’ Und dann ’An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit/ An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit’. Für mich beschreiben die Hosen ein Lebensgefühl. Das ist so leicht und frei, dass es mich mitträgt, wann immer ich hier höre. Wenn ich bei dem Lied die Augen zu mache, dann sehe ich lachende Menschen. Leute, die lässig zusammenstehen und quatschen, die sich in den Armen liegen und feiern. Ich rieche den Sommer, ich spüre die Wärme auf meiner Haut. Ich bin ganz ich selber.
Sorglosigkeit - das ist es. Aller Druck durch Schule, Ausbildung oder Arbeit ist weg. Nervige Kollegen und Chefs haben keine Bedeutung mehr und Termine und Stress gibt es nicht. Es zählen nur noch Freundschaft und Freiheit. Ein wirklich gutes Gefühl, mit dem ich automatisch andere anstecke - ob ich will oder nicht.
Schade, dass ich dieses Gefühl irgendwie nicht dauernd haben kann. Dass es mich immer nur für kurze Momente aus meinem Alltag rausreißt. Aber genau diese Momente sind unglaublich wichtig. Ich muss sie ganz intensiv leben, damit ich den Rest meiner Zeit nicht nur aushalte, sondern auch dann, bei der Arbeit, im normalen Leben, ich selber sein kann.
Die Toten Hosen singen am Schluss: ’In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht/ Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht’. Klingt verheißungsvoll. Na also, vielleicht geht´s ja doch - das beste, das sorglose, freie Gefühl ohne Ende.
Martin Kürble, Düsseldorf